100 Jahre SCNB (1905 - 2005)

Unser Segelclub Niedersachsen Burg e.V. kann auf eine Regatta1913100-jährige Geschichte zurückblicken. Welch ein Wandel trat im Segel- und Wassersport in diesen 100 Jahren auf. Blickt man zurück in die Clubgeschichte und vertieft sich ein wenig in die aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts vorliegenden Informationen, so muss auch heute noch der Elan der Gründer des „Segelclubs Niedersachsen (-Burg)“, die Freude an gemeinsamen Erfahrungen und Aufbauarbeiten und auch die Kameradschaft unserer Gründungsväter begeistern. Was für eine unverhohlene Freude empfanden Ferdinand Brase und seine Freunde in ihren kleinen Booten beim Segeln auf der Weser, der Lesum und der Hamme. Ein Törn nach Brake galt damals noch als Abenteuer!
Noch vor dem ersten Weltkrieg (1913) entstand unser Clubhaus, welches heute noch am Lesumdeich steht. Wie viele der ersten Mitglieder mussten jedoch schon im ersten Weltkrieg ihr Leben lassen. Wie zum Trotz stieg dann in den Goldenen Zwanziger Jahren die Zahl der Mitglieder rasant bis auf 800 und die Größe der Boote nahm zu. So waren größere Jollenkreuzer anstatt kleiner Jollen jetzt schon fast ein Muss. Bis zum zweiten Weltkrieg wurden jedes Jahr Regatten ausgerichtet und die Siege unserer Clubmitglieder waren bekannt und berühmt. Für den jüngeren Betrachter liegt dann wieder die Zeit des zweiten Weltkrieges im Dunklen. Es ist zu vermuten, dass jegliche sportliche Aktivität und Freude mit dem unendlichen Leid der Menschen zum Erliegen kam.
Es zeugt von großem Glück, dass das Clubhaus Geschichte2 die ganzen Wirren nahezu unbeschadet überstand und von den Amerikanern 1948 in die Hände der Clubmitglieder zurückgegeben wurde. Nach den Aufbaujahren nahm der Freizeitsport große Ausmaße an und die Boote wurden größer und größer. Mit Persönlichkeiten wie unserem 1. Vorsitzender Hans Weißbarth, Yachtbauer Burmester und Hans-Joachim Kuhlenkampff war der SCNB weit über Bremen hinaus bekannt. Aus dem großen Gesamtverein SCN waren mittlerweile Einzelvereine, wie SCNB, SCNW und OSV geworden. Die Mitglieder aller diese Vereine liegen auch jetzt noch über 500, so dass die Mitgliederzahl doch immer noch unverändert ist. Nun war ein Jollenkreuzer schon ein kleines Boot und die Kielyachten und zunehmend auch größere Motorboote bestimmten und bestimmen das Bild im Verein. Es galt auch noch Krawattenzwang bei jeder Gelegenheit und die Vorstandsmitglieder wussten eine nicht maritime Kleidung heftig zu kritisieren.
Mit der Veränderung unserer Gesellschaft insgesamt Bootsanlage änderte sich auch das Freizeitverhalten. Ab den 70er Jahren war beispielsweise die Kleidung etwas lockerer. Es wurde sehr viel Geld in den weiteren Ausbau des Clubs und der Steganlage investiert. Diese Investitionen, die uns heute eine über 300 m lange Anlage an Dalben beschert hat, fallen alle in die Zeit unseres 1. Vorsitzenden Heinz Ahrens, der diese Tätigkeit 32 Jahre ausübte. Auch in dieser Zeit der 70 er und 80 er Jahre gab es sicher das gleiche Engagement, die gleiche Zusammenarbeit und Kameradschaft wie in den Anfangsjahren unseres Vereins.
Diese Zusammenarbeit drückt sich auch dadurch aus, dass durch Initiative von Walter Inselmann Senior aus dem SCNB heraus die Weser-Jade Woche 1975 wieder belebt wurde und bis heute jährlich stattfindet. Es ist in der letzten Zeit auch sehr erfreulich, dass unser Verein eine ganze Reihe neuer und jüngerer Mitglieder gewinnen konnte. Wo wird uns jedoch die Zukunft hinführen? Werden die Mitglieder in unserer schnelllebigen und nur vom Individuum bestimmten Zeit an einem Verein und einem Vereinsleben noch Interesse haben? Werden die Wassersportvereine zur MARINA, wo jede Dienstleistung mit viel Geld bezahlt werden muss? Dies hat sicher auch damit zu tun, dass die traditionell mit dem Wassersport verbundenen Handwerksberufe langsam aussterben. Es wird sicher mit eine der großen Aufgaben der Zukunft werden, dies zu verhindern und einen 100 Jahre alten Segelverein mit großer Tradition in der Zukunft zu bewahren und jung zu erhalten.